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Bremer Bündnis

„The Collision of Freedom“ in Prag

Am 27.09.2025 wurde die Ausstellung in Prag in der Lucerna-Passage eröffnet. Damit wurde sie an einem Ort ausgestellt, der eng mit der Geschichte des Jazz und Swing in Tschechien verbunden ist. Lucerna galt alt wichtigstes kulturelles und gesellschaftliches Zentrum Prags – unzählige Konzerte, Bälle, Tagungen, Konferenzen, Modeschauen und Sportveranstaltungen fanden hier statt. Unter anderem traten auch Josephine Baker und Louis Armstrong dort auf. Die tschechischen Swingjugendlichen, die Potápky, trafen sich hier zu Tanzveranstaltungen.

Auch heute ist die Lucerna-Passage durch ihre Lage direkt am Wenzelsplatz sehr gut besucht. Noch immer finden hier viele kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Kinovorstellungen statt. Für etwa zwei Wochen bis zum 12.10.2025 konnten Passant:innen nun auch in die Geschichte der Verfolgung von Jazzmusiker:innen und Swing-Tänzer:innen eintauchen. Da die Ausstellung sowohl auf Tschechisch als auch auf Englisch zugänglich ist, sprach sie gleichfalls Locals wie Tourist:innen an.

Zur Ausstellungseröffnung am Nachmittag des 27. Septembers fanden sich die Projektpartner:innen aus Tschechien, Polen und Deutschland zusammen und erzählten von ihren historischen Recherchen. Anschließend fanden Interviews statt, die bestimmte Themen noch stärker in den Fokus rückten. Historiker Petr Koura sprach über die Bedeutung der Lucerna-Passage in der Zwischenkriegszeit. Projektleiterin Natalie Reinsch ging näher auf das Schicksal zweier Swing-Girls aus Hamburg ein, die in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden. Kurator Michał Miegoń betonte die Rolle von Jazz für die verfolgten Musiker:innen als Raum der Freiheit in einer unfreien Welt. Historikerin Šárka Jarská setzte die musikalischen Karrieren der Ikonen Inka Zemánková und Edita Fischerová in Zusammenhang mit der Besatzungszeit.

Eine sehr persönliche Geschichte erzählte der Historiker Petr Bjaček, dessen Großmutter Alena Dobišarová als junge Frau zur Zeit des Zweiten Weltkriegs lebte. Auch auf ihre Geschichte wird zur Beschreibung der tschechischen Potápky in der Ausstellung eingegangen. Alena Dobišarová überlebte den Zweiten Weltkrieg, ihre erste Liebe, der Swingjugendliche ‚Bobin‘, jedoch nicht.

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